Laufende Kosten fürs Haus – welche fallen nach dem Kauf an?
Laufende Kosten beim Haus – was bedeutet das?
Sind laufende Kosten fürs Haus das gleiche wie die Kaufnebenkosten?
Laufende Kosten beim Haus – ein Überblick
Entstehen fürs Haus Nebenkosten, lassen sich diese in öffentliche Betriebskosten und private Betriebskosten unterteilen. Der Unterschied besteht darin, dass Sie bei privaten Betriebskosten Verträge mit privaten Dienstleistern schließen. Bei den öffentlichen Betriebskosten ist Ihr Vertragspartner die zuständige Gemeinde. Die folgende Auflistung gibt Ihnen einen Überblick darüber, welche laufende Kosten fürs Haus auf Sie zukommen:
Private Betriebskosten
- Heizkosten
- Heizungswartung
- Schornsteinfeger (sofern dieser nicht städtisch ist)
- Strom
- Telekommunikation (Telefon / Internet)
- Versicherungen
Öffentliche Betriebskosten
- Abfallgebühren (Müllabfuhr)
- Gehwegreinigung
- Grundsteuer
- Straßenreinigung
- Wasser und Abwasser
Zusätzlich zu diesen regelmäßigen Betriebskosten sollten Sie für ungeplante Fälle Rücklagen bilden. Irgendwann wird auch bei einem Neubau die erste Reparatur oder Modernisierung anstehen. Oder vielleicht baut Ihre Kommune Ihre Straße aus und beteiligt Sie als Anlieger an den Kosten. In diesen Fällen sollten Sie auf einen gewissen angesparten Betrag zurückgreifen können. Zu den laufenden Kosten fürs Haus zählen daher auch:
- Instandhaltungsrücklage
- Straßenausbaubeitrag
Nebenkosten fürs Haus – mit wie viel müssen Sie rechnen?
Die Höhe der Nebenkosten fürs Haus ist regional stark unterschiedlich. Das hängt damit zusammen, dass Kommunen beispielsweise die Höhe der Grundsteuer oder die Gebühren der städtischen Müllabfuhr selbst festlegen können. Ein Nebenkosten-Check vom September 2021 ergab für 100 deutsche Städte Unterschiede bei den Betriebskosten Müll, Abwasser und Grundsteuer von rund 1.100 Euro – Grundlage war hier ein Musterhaushalt mit vier Personen und 120 Quadratmeter Wohnfläche.
Die fünf günstigsten Städte für Müll, Abwasser und Grundsteuer (jährliche Kosten):
Stadt | Grundsteuer/Jahr |
Regensburg | 915 Euro |
Worms | 936 Euro |
Mainz | 958 Euro |
Trier | 973 Euro |
Frankfurt am Main | 1.002 Euro |
Die fünf teuersten Städte für Müll, Abwasser und Grundsteuer (jährliche Kosten):
Stadt | Grundsteuer/Jahr |
Witten | 1.706 Euro |
Potsdam | 1.718 Euro |
Mönchengladbach | 1.828 Euro |
Moers | 1.938 Euro |
Leverkusen | 2.046 Euro |
In welcher Höhe Nebenkosten fürs Haus anfallen, kann also nur ungefähr angegeben werden. Als Richtwert gelten 4 Euro pro Quadratmeter. Für die bereits angesprochene Instandhaltungsrücklage sollten Sie zusätzlich 1 Euro pro Quadratmeter einplanen. Bei 120 Quadratmeter Wohnfläche kommen Sie so auf 600 Euro monatliche laufende Kosten fürs Haus. Das mag Ihnen viel erscheinen, Sie sollten aber bedenken, dass hier bereits Kosten wie Strom oder Telekommunikation inbegriffen sind.
Hausnebenkosten – so können Sie sparen
Um bei den Nebenkosten fürs Haus zu sparen, können Sie einiges tun. Bereits vor dem Hauskauf oder Hausbau sollten Sie die späteren laufenden Kosten fürs Haus im Blick haben und entsprechend planen. Doch auch als Immobilienbesitzer können Sie bei den Betriebskosten an so mancher Kostenschraube drehen.
Sparen bei den Betriebskosten fürs Haus vor dem Kauf oder Bau
- Auf Energieeffizienz achten: Wenn Sie ein Haus bauen, können Sie auf zahlreiche Faktoren achten, mit denen Sie später viel Energie sparen können. Hierzu zählen zum Beispiel der Einbau einer modernen Heizungsanlage, eine effektive Dämmung oder die Nutzung von Smart Home-Technologien. Beim Hauskauf sollten Sie überlegen, ob eine Sanierung ratsam wäre, um die Energieeffizienz zu steigern – hierzu gibt es zahlreiche Förderprogramme.
- Photovoltaikanlage nutzen: Mit der Energie der Sonne können Sie eigenen Strom produzieren und in Kombination mit einem modernen Speicher selbst dann nutzen, wenn die Sonne nicht scheint. Überschüssigen Strom können Sie gegen eine Vergütung ins öffentliche Netz einspeisen.
Sparen bei den Betriebskosten fürs Haus nach dem Kauf oder Bau
- Anbieter regelmäßig vergleichen: Ob für Strom, Gas, Telekommunikation oder Versicherungen – ein regelmäßiger Check der zahlreichen Anbieter lohnt sich und ein Anbieterwechsel ist meist völlig problemlos.
- Heizkosten optimieren: Überprüfen Sie Ihre Heizgewohnheiten: Muss es im Schlafzimmer wirklich so warm sein? Wird geheizt, während niemand im Haus ist? Oder vielleicht lüften Sie auch ineffizient?
- Strom sparen: Hier helfen moderne Geräte enorm. Achten Sie vom Kühlschrank bis zum TV-Gerät auf die Energieeffizienz-Einstufung. Auch das Austauschen alter Leuchtmittel gegen moderne LED-Lampen hilft, Strom zu sparen.